Sie haben Ihre Literaturklassiker gewählt!

 

Die Epochen

 

Sie haben Ihre Meisterwerke der deutschen Literatur aus 4 Epochen gewählt. Wir werten nun Ihre Ergebnisse für die Zeit von der Aufklärung bis hin zur Gegenwartsliteratur aus.


Bitte klicken Sie die einzelnen Epochen für weitere Informationen an.


 

 

 

1750-1799: Aufklärung, Klassik, Sturm und Drang.

Als sich Preußen nach Ende des Siebenjährigen Krieges zur europäischen Großmacht aufgeschwungen hatte, begann auch die deutsche Literatur ihren Teil des Weltruhmes zu erobern. Lessing, Goethe und Schiller entdeckten das Individuum, das nicht mehr bloß Vertreter eines Standes war, sondern durch seinen menschlichen Charakter fesselte: "Ein Mann", heißt es in Lessings Nathan der Weise, "bleibt da / nicht stehen, wo der Zufall der Geburt / ihn hingeworfen: oder wenn er bleibt, / bleibt er aus Einsicht, Gründen, Wahl des Bessren."
Durch eigene Tatkraft und Bildung sollten die Schranken der Herkunft überwunden werden. Die Schicksalsergebenheit wurde abgelöst durch das Bewusstsein, die Welt gestalten zu können.

Der Mensch entwirft sich selbst: Als verblendend Liebender in Goethes Werther, als Künstler im Wilhelm Meister und lebenshungriger Gelehrter im Faust; oder aber als in naturmystischer Religiosität Gebannter, wie man ihn bei Klopstock findet. In dessen Werk wird dem Vernunftkult der Aufklärung eine radikale Aufwertung des Gefühls entgegengesetzt, als Dichter der Empfindsamkeit huldigt er der Idee der Freiheit.
All die Fürsten, Könige, Mätressen in Schillers Dramen wiederum litten für jedermann nachvollziehbar an Liebesdurst und Todesangst. Sie bezogen ihren Heroismus und ihre Opferbereitschaft aus selbstbestimmter Stellung zur Welt und kümmerten sich wenig um gesellschaftlichen Rang oder göttliche Vorsehung.

Für eine Flattersekunde liebäugelten die deutschen Dichter mit dem Gedanken an eine Revolution nach französischem Vorbild. Man begnügte sich schließlich mit einer bloß indirekt politisch-gesellschaftlichen Einflussnahme durch Werke, in denen die Befreiung des Menschen aus seiner "selbst verschuldeten Unmündigkeit" (Kant) gefeiert wurde. Allerdings begann man bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Grenzen der Ideale von Aufklärung und Klassik zu erahnen. So scheitert Hölderlins junger Held Hyperion an seinen erhabenen humanistischen Zielsetzungen. Wie Goethe und Schiller sah sich auch Hölderlin den Ideen von Humanität und Emanzipation verpflichtet, jedoch eröffnet sein Werk den Blick auf Abgründe, die von den beiden großen Weimarer Klassikern eher verdeckt wurden. Es zeugt von einer Zerrissenheit, mit der auf die Literatur der Moderne vorausgewiesen wird.